Silke Ebbers nebulöse Machenschaften in der Lichtkammer



Der heutige Gastartikel wurde von unserer Stammleserin Silke Ebbers verfasst. Sie ist  27 Jahre alt und fotografiert seit fünf Jahren digital. Angefangen mit einer kompakten Digitalkamera, über die Bridge Panasonic Lumix FZ50 bis zur Canon EOS 50D im Februar diesen Jahres besitzt sie den typischen Lebenslauf einer “Hobby-Fotografin” – nur mit besseren Bildergebnissen. Die Entstehung eines dieser Fotos von der Aufnahme bis zur Nachbearbeitung zeigt sie euch in ihrem Gastbeitrag!

Im Netz ist sie nicht nur auf  auf Twitter, und Flickr zu finden, sondern führt auf www.zitronenkojote.wordpress.com auch ihren eigenen Weblog. Das von ihr begonnene “Projekt 50mm” findet ihr unter www.50mm.weebly.com.

Aufnahmetechnik

Es heißt ja immer, es kommt nicht auf teures Kameraequipment an, um Stimmungen einzufangen und schöne Bilder zu machen…. Anscheinend ist da etwas dran: Es war ein unheimlich nebeliger Nachmittag und ich war mit meinem Freund und einem Bekannten geocachen. Bei 50 Metern Sicht.. naja warum auch nicht. Ich hatte “nur” die kleine Kompaktkamera meines Freundes eingesteckt. Eine Panasonic Lumix DMC-TZ5 mit 9 Megapixeln und 10fach Zoom. Die Kleine macht ganz nette Bilder und kommt mit, wenn es nass oder dreckig wird. Oder wir keinen Platz in der Tasche haben.

An einem Cache in einem Tal bei Anröchte in der Nähe von Soest war der Wald nebelverhangen und der Blick ging durch die Stämme den Berg hoch. Es sah recht interessant aus. Wenn unser Kumpel aber nicht gesagt hätte: “Silke guck mal, mach doch mal ein Bild davon!” hätte ich es nicht getan. Ich muss mich schämen aber ich habe die Kamera unterschätzt und hätte nicht gedacht, dass sie die schwierige Stimmung ordentlich belichtet bekommt. Nach dem ersten Bild war aber klar, dass das handliche Ding das sehr wohl hinbekommt und der Nebel gut sichtbar ist.

Verarbeitungstechnik

So, und nun zu dem “Geheimnis” der Serie, das ich natürlich gerne mit euch teilen möchte: Die Bearbeitung ist nur in Lightroom erfolgt. Das Programm ist simpel, intuitiv und lädt zum spielen ein. Ich liebe Presets und benutze sie sehr oft. Ich bin faul und stehe dazu. Meist reicht dann noch ein bisschen “nachstellen” und gut ist. So ähnlich war es auch bei meiner “fog”-Serie.

Hier ist das Originalbild ohne Bearbeitung (JPG – mehr kann die Kleine nicht). Klar, das Bild war flau, der ganze Nachmittag war ja flau und farblos.

Zuhause habe ich die Bilder dann in Lightroom geladen und angefangen zu spielen.

Ich hab da mal was vorbereitet, wie es in Kochshows so schön heißt ;-).

Hier ist der bereinigte Screenshot der Bearbeitung. Beim ersten Bearbeiten habe ich noch vieles ausprobiert, aber dieses sind jetzt die relevanten Änderungen um den Effekt zu erzielen. Ansonsten würde ich euch nur vewirren und das ganze unübersichtlich machen. (Screenshot in Originalauflösung folgt in den nächsten Stunden…)

Das Wichtigeste ist das Preset “Steller Guru Green Gold“. Der Rest waren dann nur noch kleine Nachkorrekturen. Ich habe an den einzelnen Schiebereglern der Gradationskurve das Bild im Allgemeinen etwas dunkler gemacht. Ich arbeite sehr gerne mit den Schiebereglern, da man da die Lichter und Tiefen gesondert einstellen kann. Mit diesen Reglern kann man teilweise noch erstaunliche Details aus den Bildern herausholen. Anschließend habe ich die Dynamik etwas hochgedreht.

Als nächstes wurde nachgeschärft und das Rauschen etwas reduziert. Dank dem Tipp von Paddy, kann ich die Regler der Details nun auch richtig bedienen. Einfach die Alt-Taste dabei gedrückt halten und das Wunder beobachten! Bisher war mir nicht klar, wofür die Regler unter dem “Schärfe-Betrag” überhaupt gut sind, aber kurz “Alt” gedrückt während man die Regler bedient und man sieht sofort, was sie bewirken. Paddy hat mein Leben verändert.. oder so.. Danke dafür!

Zu guter Letzt habe ich noch eine Vignette hinzugefügt und die Holzfällermarkierung am rechten Baum entfernt. Das war’s schon!

Schlussgedanken

Im Nachhinein bin ich froh, dass ich die Kompaktkamera dabei hatte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Ergebnis ohne großen Einstellungsaufwand auch mit der Canon 50D hinbekommen hätte. Zumindest nicht in der kurzen Zeit, die mir dort zur Verfügung stand. Da man einer Spiegelreflex ja im Grunde alles vorgeben muss, damit das Bild herauskommt, das man haben möchte, war die Kompakte hier eindeutig die bessere Wahl. Diese kleinen Wunderdinger übernehmen das Denken, die Einstellung und oft liefern sie erstaunliche Ergebnisse. Zumindest in “Notfallsituationen”.

Ihr seht, manchmal braucht es nicht viel, um ein gutes Ergebnis zu erziehlen.

Das heißt jetzt nicht, dass ich wieder das Denken seinlasse und alles der Kamera überlasse. Mit der Spiegelreflex arbeite ich inzwischen nur noch recht selten mit der Programmautomatik. Ich weiß es inzwischen zu schätzen, dass man der Kamera “alles sagen” muss. Ich mache die Regeln und das ist auch gut so!

Was ich aber gelernt habe: Niemals eine Kompaktkamera unterschätzen! Die können heute mehr als man denkt!

  1. malte+ Antworten

    Das Ergebnis gefällt gut. Man sieht mal wieder (wie so oft) wie unnötig dieser ganze Technikwahn ist. Wie man es auch bei Chase Jarvis hören kann: Die beste Kamera ist die, die du dabei hast!

    Fazit: Schöner Gastbeitrag.

  2. Marius Hepp Antworten

    Mir gefällt der Gastbeitrag ebenfalls hervorragend. Lustig ist, dass ich, als ich Silke um diesen Artikel gebeten habe, noch gar nicht wusste, mit welcher Kamera es gemacht wurde. Macht den Entstehungsprozess natürlich noch interessanter. Danke dafür!

  3. Paddy Antworten

    Danke für die Erwähnung meines Videos. Das Bild ist Dir wirklich sehr gut gelungen. Gefällt mir richtig gut.

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