Bildvorstellung: Handwerker

Die Bilder die heute hier auf Lichtathleten.com vorgestellt werden sind in gewisser Weise eine Schulaufgabe. Es ist aber keine konventionelle Schule, sondern ein Berufskolleg für Foto- und Medientechnik welches ich besuche. Mit diesem Wissen im Hinterkopf ist ein so fotografisches Projekt unter „Schulaufgaben“ einzuordnen.

Die Themenstellung war nicht sehr spezifisch. Wir mussten eine Portraitserie und eine Reportage erstellen mit jeweils mindestens 3 Bildern pro Serie. Die Portraitserie sollte im Studio erledigt werden, weshalb ich auch keinen On Location Hintergrund in den Bildern habe, was mir lieber gewesen wäre.
Bei der Reportageserie musste man dann (logischerweise) vor Ort arbeiten und mit dem vorhandenem Licht klarkommen.

Für diese Aufgaben hatten wir einen Zeitraum von 4 Wochen bekommen in welchem die Arbeiten erledigt werden mussten und so hat mich dieses Projekt in den letzten Wochen begleitet.

Portraitserie

Die Portraitserie war sicherlich das aufwendigere aber auch von mir favorisierte Thema.
Doch es war auch mit einigen Hürden verbunden. Die erste bestand darin, dass ich keine Handwerker in Heilbronn kenne, wo meine Schule ist. Also habe ich mit einer portrablen Blitzanlage on Location vor einem monotonen Hintergrund fotografiert und die Person hinterher freigestellt.
Das andere Problem war das auftreiben von Handwerkern die sich fotografieren ließen. Wenn man in eine Filiale einer größeren Handwerkskette geht hat man das Problem, dass man nicht mit dem Chef sprechen kann um mit ihm zu reden. Also kamen nur kleine Betrieben in Frage, wo man direkt sich dem Herr des Hauses vorstellen und seine Bitte überbringen konnte. Demnach sind all meine Handwerker die ich fotografiert habe die Besitzer dieses Betriebs.

Bevor wir uns die Ebenenübersicht einmal genauer anschauen möchte ich noch kurz auf das Licht eingehen.
Ausgeleuchtet wurden alle Bilder mit einem Porty, also einer portablen Blitzanlage mit zwei Blitzköpfen und Normalreflektoren.
Der eine Blitz stand dann vom Fotografen aus auf einer imaginären Uhr gesehen auf halb 9 und der andere auf 5 Uhr.
Durch dieses unübliche Portraitlicht wurde ein dunkler Lichtsaum an der Vorderseite des Models gebildet. Außerdem kamen die Falten der Kleidung und sämtliche Strukturen besser hervor. Ich wollte darstellen, dass das Handwerk ehr etwas grobes ist wo man auch schmutzig werden kann. Aus eben diesem Grund wurde auch mit den harten Normalreflektoren und nicht mit einer Softbox oder ähnlichem fotografiert.

Hier ist nun meine Portraitserie der Handwerker

Und da es sicherlich einige interessiert kommt hier auch gleich ein Video mit dem Überblick und Aufbau der PSD Datei hinterhergeschossen. Man kann jeden Schritt nachvollziehen, völlig ohne 20/80 Ebene oder sonstigen Schnick Schnack ;-).

PSD Datei im Überblick from Lichtathleten on Vimeo.

Wie ihr seht waren diese Bilder von der Bildbearbeitung nicht von höchstem Anspruch, da ich die Personen selbst nahezu unbearbeitet gelassen habe. Lediglich kleinere Retuschearbeiten und die Freistellung wurden durchgeführt. Natürlich hätte man hier jetzt noch mit Dodge & Burn und sonstigen Techniken anfangen können, doch ich wollte etwas die Natürlichkeit bewahren und die Handwerker abbilden wie sie sind.

Reportage

Der zweite Teil meiner Aufgabe war es, eine Reportageserie zu erstellen, welche ich in einem Fahrradladen aufgenommen habe.
An technischem Equipment habe ich lediglich meine Canon 5D und ein 50 1,4 verwendet mit welchem ich immer zwischen Blende 1,4 – 2,0 fotografiert habe. Die ISO war trotz dieser grandiosen Offenblende bei 800, da die Werkstatt nur spärlich beleuchtet war und ich eine gut haltbare Verschlusszeit erreichen wollte. Diese lag meist rund um 1/60.

Die Bearbeitung wurde ausschließlich im Raw Konverter vollzogen, da die Reportage wahrheitsgetreu und auch natürlich daherkommen sollte. Große Photoshopkunstwerke wären hier fehl am Platz.
So wurde die Farbtemperatur leicht angehoben, mit dem Füllicht, dem Klarheitsregler und der Sättigung gespielt, was diesen entsättigten und kontrastreichen Look hervorrief.

Hier nun die finalen Bilder.



Wie gefallen euch die Bilder? Hättet ihr etwas anders gemacht? Hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar, ich freue mich darauf.

  1. malte+ Antworten

    Die Charakter, die du gefunden hast sind schon stark, passen super Klischeehaft zu den jeweiligen Berufen. Fotografisch gefallen mir vor allem die Reportagefotos, die geringe Tiefenschärfe bringt’s.
    Die Portraits gefallen mir an sich eigentlich auch gut, allerdings sagt mir der farbige Hintergrund nicht sonderlich zu. Naja, Geschmacksache.
    Auf jeden Fall aber: Toller Artikel!

  2. Kenny Antworten

    ich möchte auch mal etwas zu deiner Bilderserie los werden, wobei es wenig zu meckern gibt. Deine Portraitaufnahmen erinnern mich irgendwie an die Bilderserie bei Calvin H., aber der Stil gefällt mir. Irgendwie bekomme ich solche Fotos nie hin, meine wirken immer etwas zu körnig. Für solche Aufnahmen bin ich wahrscheinlich zu doof :). Die Reportagefotos find ich gelungen wobei mir etwas düstere Stimmung besser gefallen hätte – das ist aber Ansichtssache und dein Ziel war es ja so autentisch wie möglich die Situationen rüber zu bringen.
    Alles in allen aber ein super Artikel.
    Viele Grüße

  3. Olli Antworten

    Hallo,

    die Reportageserie gefällt mir gut. Bei den Portraits hast Du ja Deine Beleuchtungsintention dargelegt. Ist natürlich Geschmaksache. Mich persönlich stört, dass durch das Zangenlicht die Gesichtsmitte zu dunkel erscheint. Ist irgendwie irritierend und lenkt mich vom Motiv ab.

    Viele Grüße

    Olli

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