Das erste Mal: Hochzeitsfotografie

Nachdem ich euch vor vier Tagen von meinem ersten Mal Konzertfotografie berichtet habe, möchte ich euer Augenmerk heute auf meine ersten Gehversuche im Hochzeitsfotometier richten. Als mich die Eltern eines guten Freundes von mir fragten, ob ich nicht Lust hätte, ihre Hochzeit fotografisch zu dokumentieren, war ich mir anfangs nicht sicher, ob ich das Angebot annehmen sollte. Gemäß eines Leitfadens im DSLR-Forum habe ich zunächst versucht, das Brautpaar davon zu überzeugen einen weiteren, erfahreneren Kollegen zu engagieren, um das Risiko etwas zu streuen. Sie haben sich demnach entschieden, eine hauptberufliche Fotografin mit den klassischen Portraits zu beauftragen, mir aber dennoch für die Reportagearbeit das Vertrauen geschenkt.

Equipment

So machte ich mich am Vortag mit doch etwas mulmigen Gefühl daran, alle Akkus zu laden, eine Zweit- und Drittkamera zu organisieren und ein letztes mal den Tagesablauf zu studieren. Die Kameras, zwei Canon 450D’s und eine Nikon der gleichen Klasse, habe ich während des gesamten Tages in einem Einkaufskorb meiner Mutter transportiert, sodass ich schnellstmöglichen Zugriff auf das Equipment hatte, ohne irgendwelche Reisverschlüsse öffnen zu müssen. Außerdem ließen sich so alle Bodies mit angeschraubten Objektiv verstauen. Mit dabei hatte ich auch einen Laptop zur etwa halbstündigen Zwischenspeicherung der Daten, diverse Speicherkarten und natürlich einen externen Blitz (Canon EX 430). Als Objektive kamen an den Canon Kameras natürlich mein Liebling, das Sigma 30mm 1.4, ein Canon 85 1.8 für Teleaufnahmen und das Tamron 17-50 2.8 zum Einsatz. An der Nikon hatte ich nur ein 35 1.8 zur Verfügung. Fast noch wichtiger als das „echte Kameraequipment“ waren allerdings die Gästeliste und inklusive einem Ansprechpartner, der einem erklären kann, wer, wer ist sowie ein detaillierter Tagesplan.

Tagesablauf

Mein fotografischer Einsatz begann vor der eigentlichen Hochzeit mit der Dokumentation der Portraitfotos in der örtlichen Parkanlage. Anschließend bin ich vor dem Brautpaar in die Kirche gefahren worden und konnte dort schon einmal die Location abchecken, Detailaufnahmen machen und mich auf die Zeremonie vorbereiten. Als die bald Verheirateten ankamen, war keine Zeit mehr nachzudenken. Die Kameras mussten eingestellt und schussbereit sein, um keinen Moment des Kircheneintritts zu verpassen. Anschließend blieben mir während des Gottesdienst wieder ein paar ruhigere Minuten, in denen ich den Rahmen des Events festhalten konnte. Bei der Anshcließenden Trauung musste dann wieder alles ganz schnell gehen. Leider hatte ich vom Pfarrer keine Erlaubnis erhalten, mich ihm und dem Brautpaar zu sehr zu nähern, sodass ich aus sicherer Entfernung mit dem Canon 85 1.8 auf Motivjagd gehen musste. Beim anschließenden Auszug aus der Kirche ist eines meiner Lieblingsbilder des Tages entstanden:

Nach kurzem Sektempfang und Gratulationsgeschehen auf dem Kirchenvorplatz, hat sich die gesamte Hochzeitsgesellschaft in Richtung eines 20 Minuten entfernten Golfplatzes gemacht. Auf dessen Gelände befindet sich ein großes Zelt, das für derartige Großveranstaltungen geradezu prädestiniert ist. Dort wurden Grußworte gesprochen, Gespräche geführt und vor allem viel gelacht. Dem traditionellen Kuchenessen schloss sich eine lockeres come-together an, das ich dazu nutzte dem Wunsch des Brautpaares zu entsprechen, von jedem Gast ein eigenes Bild zu erhalten. Dazu wurde ich von deren Sohn und meinem Schulkameraden unterstützt, die umfangreiche Gästeliste abzuarbeiten. Als verbindendes Element der Bilderstrecke haben wir einen goldenen Bilderrahmen ausgewählt, den alle der Gäste auch problemlos ins Bild integrierten. Die dabei entstandenen Bilder stellen ein weiteres Highlight der Feier da. Weiter ging es dann mit Diashows, Filmbeiträgen und einer „Reise nach Jerusalem“, die allesamt dafür sorgten, dass die Veranstaltung kein reines Pflichtprogramm wurde, sondern auch durchaus zu unterhalten wusste. Das Ende dieses wahrlich gelungenen Hochzeitstages bildeten verschiedene Tanzeinlagen, die die anderen Programmpunkte umschlossen und für einen runden Abschluss sorgten.

Bearbeitung und Fazit

DIe Bilder habe ich wie bei dieser Datenmenge gar nicht anders möglich ausschließlich in Abdobe Lightroom bearbeitet. Aus Zeitgründen habe ich entweder nur Helligkeit, Kontrast und Schärfe angepasst oder in wenigen Fällen auf die Presetsammlung PH: The Wedding zurückgegriffen.

Das erste Mal Hochzeitsfotografie hat mich nicht nur fotografisch weitergebracht, sondern auch eine Menge Spaß gemacht. Daher möchte ich euch alle dazu ermutigen, so ein Angebot nicht auszuschlagen, sondern frohen Mutes and die Sache heranzugehen. Nur so können gute Bilder entstehen. Alle Erfahrungen, die ich bei meinem ersten Mal Hochzeitsfotografie gesammelt habe, möchte ich euch in bald in einem gesonderten Post weitergeben. Jetzt will ich euch erst einmal einen kleinen Einblick in die über 1000 entstandenen Fotos geben. Über Feedback würde ich mich wie immer riesig freuen. Wie gefallen euch die Bilder? Was sind eure Erfahrungen mit der Hochzeitsfotografie? Eure kritischen Gedanken sind herzlich willkommen.

Hier geht es weiter mit den Bilder.


  1. Ella Antworten

    Super… langen Post geschrieben, E-Mail vergessen, alles weg….. Deswegen hier nur Kurzform:

    SUPER!: Orgelspielerin, Kids vor Sonne auf Wiese, Mädel in rosa mit Brezel, Junge auf weißem Stuhl (schön fluffig!), Detailaufnahmen immer super, Gitarrenspielerbild + super Bokeh!

    Kleinigkeiten: Paar in Kirche auf Stühlen (Braut unvorteilhaft, aufpassen, gefällt ihr nicht), Partybilder sind zu flau-Stimmung kommt nicht rüber (länger Belichten + Blitzen)

    Wünschenswert: How-To von Gegenlichtbilder, sind echt stark für diese schweren Lichtverhältnisse.

    http://lichtathleten.com/wp-content/uploads/2010/10/hochzeit-web-23-von-42.jpg hier musste ich schmunzeln! Super eingefangen

    Im großen und ganzen good job! Sind nur ein paar Kleinigkeiten auf die du achten solltest.
    in diesem Sinne viel Spaß beim nächsten Mal!

  2. malte+ Antworten

    Ja, da sind wirklich ein paar erstklassige Bilder dabei. Besonders gefallen mir die Detail Aufnahmen bzw. die Stillleben. Die Idee mit den Rahmen sagt mir ebenfalls sehr zu.
    Viel Spaß noch
    Malte

  3. LostCougar Antworten

    Hallo Zusammen,

    ja, mir gefallen die Bilder alles in Allem sehr gut. Wirken sehr professionell. Sehr gut gelungen finde ich in der Serie, alles was noch so neben dem Brautpaar stattfindet. Damit meine ich z.B. das Foto des Buches, der Orgelspielerin, der Gitarre etc. Sehr gute Idee!!
    Bei einigen ist mir aufgefallen, dass sie doch etwas schräg bzw. schief geraten sind … Absicht, oder der Eifer des Gefechts? …

    Gruß
    Björn

  4. Kai Antworten

    Mit Interesse habe ich diesen Beitrag gelesen und muss doch die ein oder andere Anmerkung loswerden.

    Zum ersten finde ich es gut, dass Du genug Selbstbewusstsein hattest, das Brautpaar zu einem Profi zu ermuntern.

    Was mich bei den Bildern einfach stört, ist der Farbstich, in diesem Fall hätte ich eher schwarz-weiss konvertiert.

    Die Idee mit dem Bilderrahmen – tut mir leid – ist mittlerweile echt abgelutscht. Einfach mal quer denken und was eigenes machen, was weiss ich, einen fahrbaren Rasenmäher, ein nostalgisches Fahrrad, eine Sackkarre, um nur mal die ein oder andere Alternative zu nennen. Außerdem ist es empfehlenswert, solche Portraits im Schatten eines Baumes zu machen, für gleichmäßige Ausleuchtung der Gesichter, Dann sind auch Gegenlichtaufnahmen kein Problem, wenn man die Belichtung auf die Gesichter misst.

    Etwas, was mich erschreckt hat, ist der Hinweis, dass Du so ca 1000 Bilder geschossen hast. Das sind wenigstens 850 Bilder zu viel. Sag mal, wie viel Zeit hast Du bei 1000 Bildern noch übrig, Dein Bild mit Licht zu malen (Photografie = malen mit Licht).
    So eine Schiesserei mit der Kamera kann für die Party die reinste Beästigung sein und ich bin froh, dass der Pastor Dich auf Abstand gehalten hat.

    Einzelne Sätze Deines Berichtes vermitteln etwas von Angespanntheit, von Hektik. Künstler sind in der Regel sehr entspannt, sie sind sebstsicher mit den Motiven und sehen bestimmte Situationen vorher.

    Warum der Stress mit den diversen Kameras? Unsicherheit.
    Eine Kamera, ein Objektiv, einen Ersatzakku und vielleicht zwei Speicherkarten und bestimmt keinen Laptop.

    Ich fotografiere zum Beispiel ausschließlich analog und werde es auch nicht ändern, denn das Risiko einer defekten Speicherkarte ist das eine, aber die Hektik, die Digitalfotografie mit sich bringt, mag ich gar nicht.

    Zm Beispiel fotografiere ich im Mittelformat mit einer zweiäugigen, die pro Film nur 12 Aufnahmen erlaubt. Das bedeutet, dass ich mich auf jedes Motiv konzentriere.

    Mir gefällt es mehr, ein Motiv einzufangen, als eine schussbereite Kamera zu haben.

    Was ich bei den Bildern ebenfalls schade finde, ist diese völlig unterschiedliche Lichtcharakteristik. (fehlendes Corporate Design) .

    Puh, jetzt wirst Du mich wahrscheinlich steinigen, aber man lernt nur durch ehrliche Kritik.

    Tiefenschärfe ist nicht dosiert eingesetzt , sondern eher dem Zufall überlassen.

  5. Sally Antworten

    Ich finde die Bilder richtig toll, weil man auch sieht, dass alle so viel Freude daran haben und du die richtigen Momente erfasst hast. Dafür braucht man schon ein Händchen.

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