Making of: Nachtportrait mit kreativem Lichteinsatz

Letztes Wochenende war wieder ein Nachtshooting angesagt. Gegen halb 2 nachts fuhren wir in ein Industriegebiet, wo uns keine Umgebungslichter stören konnten, da wir eigentlich mit Lightpainting experimentieren wollten. Doch bevor wir damit begonnen haben, schnappte ich mir spontan ein Model  und habe dieses dann vor einen Palettenstapel gestellt. Wir hatten leider unsere Funkauslöser für den externen Blitz nicht dabei, dafür aber einen Canon 580EXII und einen 430EXII, welche man über Infrarot mit Master und Slave Funktion ansteuern kann. Der einzige Nachteil dabei ist, dass man den Master (580EXII) immer auf der Kamera haben muss. Durch diese Gebundenheit fehlte mir ein Blitz in meinem Lichtaufbau und es gab spontanen Ersatz: Das Autolicht. Wir wären ja nicht die „Lichtathleten“, wenn wir nicht etwas kreativer mit dem Licht umgehen würden ;-). Also wurden die Scheinwerfer auf Fernlicht gestellt, ein Blitz auf die Kamera gesteckt und ein weiterer als Streiflicht seitlich platziert. Leider hatten wir an diesem Abend auch die Videokamera nicht mit dabei, doch ich wollte es mir nicht entgehen lassen euch kurz den Lichtaufbau zu zeigen, weshalb wir mit dem iPhone gefilmt haben. Da das iPhone kein integriertes Nachtsichtgerät hat ist die Qualität des Videos auch dementsprechend nieder, doch nichtsdestotrotz heißt es jetzt: Film ab!

Wie ihr seht gab es an dem Blitzaufbau eine weitere Besonderheit, denn man kann nicht nach Belieben verschiedenste Lichtarten mischen. Die Farbtemperatur von Blitzen entspricht derer des Tageslichts (5600° Kelvin), der Autoscheinwerfer hingegen ist Kunstlicht mit einer Farbtemperatur von ca. 3200° Kelvin. Dies führt dann auf dem Bild zu einem gelben Licht durch den Autoscheinwerfer. Man den Unterschied der Farbtemperaturen entweder als erheblichen Nachteil sehen, oder aber wie ich als Vorteil und Bildlook, weshalb das gesamte Bild auch bei der Bearbeitung halb kühl halb warm gestaltet wurde. Angenommen uns hätte der Unterschied der Lichtfarbe gestört, gäbe es zwei Varianten die mir auf Anhieb einfallen um einheitliches Licht zu bekommen. Die erste Lösung wäre eine gelbe Lee-Folie vor den Blitzen gewesen, welche die Farbtemperatur von Tageslicht auf Kunstlicht senkt. Dadurch hätte man dann einen einheitliche Temperatur und könnte den Weißabgleich entsprechend anpassen. Entgegen dieser komplett fotografischen Lösung wäre mein zweiter Lösungsvorschlag, dass man in Photoshop mittels einer doppelten Raw-Konvertierung eine Variante mit Weißabgleich auf Tages- und eine Version mit Weißabgleich auf Kunstlicht erstellt und diese dann über eine Ebenenmaske kombiniert. Der zweite Lösungsvorschlag ist sicherlich nicht so elegant, dennoch auch praktikabel, vor allem wenn man solche Folien nicht besitzt. Vielleicht wird es demnächst einen Beitrag hier auf Lichtathleten.com geben über die Beseitigung von Mischlicht mittels einer doppelten Raw-Konvertierung. Nun sind wir schon langsam aber sicher zu der Bearbeitung übergegangen und auch da habe ich ein Video für euch aufgenommen, nämlich als Speed-Bearbeitung. Ihr könnt die einzelnen Schritte gut sehen und auch einen Blick in meine Arbeitsweise bekommen.

Hier noch einmal die Bearbeitungsschritte als Stichpunkte:

Ich hoffe ihr konntet durch diesen Artikel einen Einblick bekommen, wie das Bild entstanden ist und wie ich arbeite. Falls ihr noch Fragen, Anregungen oder Kritik habt, schreibt doch einfach einen Kommentar oder eine Mail direkt an mich (Adresse im Kontaktfeld bei „Benni“ einsehbar). Bis zum nächsten Mal!

  1. Kenny Antworten

    Hallo Ihr Lichtathleten,

    super Video muss ich sagen, dass Ihr damit eure Bearbeitungsschritte zeigt find ich klasse.
    Was mir als erstes einfällt: Die Verbesserung der Auswahlmaske ist schon ein schönes Feature :)

    @Marius, hast du meine Mail bekommen? Es geht nur darum ob ich den Artikel mal schreiben soll oder eher nicht?

    Viele Grüße
    Kenny

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