Baden-Württemberg in 7 Stunden – das Lichtathleten.com Fotoprojekt

Wer unseren Blog in den letzten Tagen verfolgt hat, weiß bereits, dass wir in den letzten Tagen auf großer Fototour in 7 der bevölkerungsreichten Städten Baden-Württembergs waren. Dort haben wir jeweils eine Stunde lang interessante Menschen auf den Einkaufspasagen oder rund um Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen angesprochen und um ein Foto gebeten. Herausgekommen sind dabei 111 Aufnahmen, von denen jede einzige einen Teil im Puzzle der Vielfalt Baden-Württembergs repräsentiert. Für die Fans der visuellen Kommunikation, haben wir im folgenden Video das Großprojekt nochmals Revue passieren lassen:  

Lichtathleten.com | Wochenrückblick from Lichtathleten on Vimeo.

Stuttgart | Fotos | Hier hat unsere Fotoreise ihren Anfang genommen. Bei idealen Bedingungen ließen sich von 37 Menschen 26 fotografieren. Die nach Heidelberg am einfachsten zu fotografierende und vielfältigste Stadt unseres Projekts. Perfekt für den Einstieg geeignet.

Konstanz | Fotos | Nachdem sich in Friedrichshafen zu wenige Menschen auf den Straßen befanden, sind wir auf Konstanz ausgewichen. Das stellte sich als richtige Entscheidung heraus: Von 15 Personen ließen immerhin 10 Bilder von sich machen. Außerdem war die Lichtsituation hier genauso herausfordern wie spannend. Beides hätten wir in Friedrichshafen nicht bekommen.

Ulm | Fotos | Auch in der Stadt des bekannten Münsters konnten wir nicht an die Werte der Landeshauptstadt anknüpfen. Bei ziemlich gutem Wetter ließen sich von 25 Passanten oder Gruppen gerade einmal 14 von einer Aufnahme überzeugen. Dafür hat hier die sehr interessante Making of Reihe ihren Anfang genommen.

Karlsruhe | Fotos | Zeitlich genau in der Mitte unserer Reise gelegen, bildete sich in der Stadt am Rhein ein erstes Zwischenfazit. Und das zeigte einen leichten Aufwärtstrend. Trotz schwer zu meisternder geografischer Verhältnisse konnten wir immerhin 14 von 17 Personen für unser Projekt gewinnen. Hier ist auch das interessante Making of Parkfotografie entstanden.

Heidelberg | Fotos |Die Universitätsstadt zeigte sich uns als reinstes Fotografeneldorado. Die idealen Bedingungen hatten nur einen wortwörtlichen Knackpunkt: Bennis Telezoom, mit dem er bis zu diesem Zeitpunkt die Hälfte der Projektbilder geschossen hatte, fiel auf den Boden und zerbrach. Unser Projekt konnten wir deshalb erst am nächsten Tag fortsetzen. Dass wir von 36 Menschen, die wir angesprochen haben, 31 auch tatsächlich portraitieren durften, entschädigte uns natürlich wieder etwas dafür.

Mannheim | Fotos | Der 6. Tag unserer Fotoreise wurde natürlich von unserem 40-Minütigen Exklusivinterview mt Calvin Hollywood überdeckt. Der eindeutig spannendste Part unserer Fotoreise. Nach den (zumindest fotografisch) super Erfahrungen aus Heidelberg, sind wir mit entsprechend hohen Erwartungen nach Mannheim gefahren. Dort erwarteten uns allerdings leere Straßen gepaart mit teils kräftigen Regenschauern. Betrachtet man diese äußeren Umstände ist es durch^aus positiv einzustufen, dass wir von 22 Personen 17 zu einem Kurzshooting bewegen konnten

Heilbronn | Fotos | Am 7. und damit letzten Tag machten wir auf unserer Heimreise für eine Stunde Halt in Heilbronn. Dort konnten wir, wohl vor allem aufgrund der konstant schlechten Wetterbedingungen lediglich 10 von 21 Personen von unserer Fotoidee begeistern. Die von der „Fotoausbeute“ her schlechteste Stadt erwies sich nicht gerade als krönender Abschluss.

Wann werden die Bilder hier publiziert?



Momentan werden wir jeden Tag mehrmals gefragt, wann die Bilder denn nun  veröffentlicht werden. Nach aktuellem Stand wird das in der kommenden Woche, vom 15. bis zum 17. September der Fall sein. Einen kleinen Einblick in unsere zehn persönlichen Lieblingsbilder des Projekts werden wir euch bereits nächsten Samstag geben können. Solltet ihr noch weitere Fragen oder Anregungen haben, schreibt uns einfach eine Nachricht über unser Kontaktfeld. Vergesst bitte nicht, eine gültige Mailadresse in das dafür vorgesehene Feld einzutragen. Sonst können wir euch nicht antworten!

Zahlen, Daten, Fakten


  • Von 173 Personen oder Gruppen, die wir um ein Foto gebeten haben, ließen sich letztendlich 122 tatsächlich portraitieren. Das entspricht einer Erfolgsquote von 71 Prozent.
  • Wir waren mit drei Kameras, sechs Objektiven und insgesamt 32 GB mobilen Speicher ausgestattet. Dazu kamen noch zwei externe Blitzgeräte, zwei Macbook und zehn Kameraakkus. Die gesamte Ausrüstung ist etwa 7200 Euro wert und bringt stolze 13,8 Kilogramm auf die Wage.
  • Auf unserer Rundreise haben wir an insgesamt sieben Tagen etwa 750 Kilometer mit der Bahn zurückgelegt. Die gesamten Fahrtkosten belaufen sich auf 26 Euro pro Person. Dafür gab es den Jugendherbergsausweis im Wert von 13 Euro gratis dazu.
  • Im Rahmen unseres Fotoprojekts haben wir neun Artikel mit insgesamt 6183 Wörtern publiziert.
  • Die durchschnittlichen Besucherzahlen sind im Vergleich zur schon hervorragenden Vorwoche um 45 Prozent, die Seitenaufrufe um sogar 115 Prozent gestiegen.

Probleme und Lösungen bei der praktischen Umsetzung



Bereits nach der ersten erfolglosen Viertelstunde unseres Projekts, mussten wir feststellen, dass die logisch erscheinende Vorgehensweise, sich nach der Begrüßung erst einmal vorzustellen, zwar die am wenigsten aufdringliche aber gleichzeitig auch ineffizienteste ist. Ein kleiner Trick sorgte allerdings schnell für deutlich bessere Resonanz:  Anstatt uns groß vorzustellen, haben wir auf ein kurzes „Entschuldigung“ direkt den Satz „Keine Angst, wir möchten ihnen nichts verkaufen“ folgen lassen. Zusammen mit ironischer Betonung und einem Lächeln war diese Methode in vier von fünf Fällen der Grundstein zum Erfolg.
Ein je nach Alter des Models unterschiedlich oft und stark auftretendes Problem war die anstehende Publikation der Bilder im Internet. Gerade die Generation 40+ konnten wir deshalb kaum fotografieren. War sie so schon kaum von einem Bild zu überzeugen, hatten wir nach Stichwörtern wie „WWW“, „Blog“ oder „Netz“, unsere Chance meist endgültig vertan. Während manche Personen Angst vor beruflichen Problemen hatten, passten andere perfekt ins stereotype „Internet ist böse“ Klischee. Letztlich haben wir allen Personen, die wir fotografiert haben, die Bilder natürlich gleich vor Ort auf dem Kameradisplay gezeigt.

Kuriose Situationen und Zitate


  • Marius sagt:„Entschuldigung. Keine Angst, wir wollen ihnen nichts verkaufen. Riesiger Schrank von Mann antwortet eiskalt:„Vor dir hätte ich jetzt auch keine Angst gehabt“
  • Marius:„Wir machen ein Fotoprojekt auf den Einkaufspassagen der größten Städte Baden-Württembergs“ Antwort: „Jaja, die Bilder werden dann mit einem witzigen Untertitel versehen und dem Gelächter der ganzen Internetwelt preisgegeben. Das haben sie doch neulich wieder gezeigt.“ „Nein, keinesfalls, die Bilder werden ausschließlich im Rahmen unseres Hobbyprojekts verwendet“ „Ach, wenn das so ist… na dann schießt mal los“. Nach so umfangreicher Überzeugungsarbeit, war die positive Reaktion doch kein Wunder, oder?
  • Marius: „Die ganze Sache dauert auch nur 30 Sekunden. Also, wenn sie Lust hätten… Antwort: Dann bleiben euch jetzt noch 15.
  • Das wohl am schwierigsten zu fotografierende Model war ein amerikanischer Urlauber, der sich partout nicht davon überzeugen ließ, dass wir keine Porno von ihm machen wollen. Nach jedem neuen Erklärungsversuch, in dem wir meinten, er müsse einfach nur auf der Straße stehen bleiben und in die Kamera schauen, fragte er ängstlich „Naked?“. Als wir letztendlich das Gefühl hatten, dem Durchbruch nahe zu stehen, beendete er plötzlich das Gespräch mit dem Satz „It‘s all about porn in Germany, I‘m not doing that fucking gay shit!“. Ihr könnt euch ausmalen, wie dämlich wir auf der Straße standen und uns fragend anschauten. War das ein Witz? Genialer Sarkasmus? Oder hat uns der Typ wirklich für Sexfotografen gehalten? Schaut euch doch einfach das Video an und überlegt selbst. Ein Bild von ihm konnten wir übrigens keines machen:

Vorgeschichte



Warum macht ihr das überhaupt? Diese Frage ist uns immer wieder gestellt worden. Nicht nur von jedem zweiten Passanten sondern auch von unseren Familien. Warum fahren drei Jugendliche eine Woche lang quer durch Südwestdeutschland und fotografieren wildfremde Menschen? Haben die nichts besseres zu tun? Oder wollen sie die Bilder doch für irgendwelche zweifelhafte Zwecke verwenden? Nichts von beidem. Nach vier Wochen Ferienjob und Praktikum (siehe Juli- und Augustrückblick) hatten wir einfach Lust darauf, noch ein bisschen die Ferien zu genießen. Schwimmbad? Zu öde. New York, neun Tage: 700 Euro. Ein bisschen zu teuer und was günstigeres tut‘s doch eigentlich auch. Wie wär‘s mit London und Paris? Jeweils fünf Tage, wär doch auch cool. Aber irgendwie schon wieder nicht ganz günstig. Dann vielleicht Stockholm? Klar, das ist es, die skandinavischen Frauen sollen ja auch nicht gerade schlecht sein. Der Urlaub wahr schon fast gebucht, als wir uns dann spontan entschieden einfach durch Baden-Württemberg zu touren. Was ist interessanter als die eigene Umgebung näher zu erkunden, bevor man in die weite Welt aufbricht? Ok, das trifft es eher: Was ist günstiger? Auf dem Hinweg nach Stuttgart hatten wir nur diffuse Vorstellungen, wie wir ein eigenes Projekt umsetzen könnten. Inspiriert von Philip Blooms „people of“-Serien zum Beispiel aus Dublin oder Sofia, haben wir uns dazu entschieden,die Menschen Baden-Württembergs als buntes Spiegelbild der Region in jeweils einer Stunde pro Stadt zu portraitieren. Die über 120 entstandenen Bilder zeigen einen unserer Meinung nach interessanten Querschnitt durch‘s „Ländle“.

Unser Nutzen



Jetzt wisst ihr zwar schon, warum das Projekt in Baden-Württemberg durchgeführt wurde aber warum überhaupt so ein Projekt? Für wen ist das? Die Frage lässt sich leicht beantworten: Für uns. Um Erfahrungen zu sammeln. Für die Models. Um die verwackelten  Urlaubsschnappschüsse aus Deutschlands Wohnzimmer zu vertreiben. Und für euch Leser. Um alte und neue Lichtathleten-Fans mit neuer Inspiration den oft viel zu grauen (Denk-)Alltag zu verschönern. Als weiteren interessanten Teil unserer Fotoreise sind mit Sicherheit die geknüpften Kontakte zu nennen. Klar das Treffen mit Calvin Hollywood stellte hier den absoluten Höhepunkt dar aber wir haben auch eine Modedesignerin getroffen, die ein paar Fotos von ihrer Kollektion gebrauchen könnte. Solange es uns Spaß macht, muss ja auch nicht alles einen Nutzen haben. Und Spaß gemacht hat die Reise auf jeden Fall.

Die Zukunft der Lichtathleten



Den momentanen Flow nach unserer Fotoreise und den kommenden Besucherstrom, der uns über das Interview erreichen wird, wollen wir natürlich nutzen und haben für die nächsten Tage einen Supercontent nach dem anderen geplant. Freitag ist es endlich soweit: Das fast eine dreiviertel Stunde dauernde Videointerview mit Calvin Hollywood wird zusammen mit einem absoluten Knallergewinnspiel an den Start gehen. Samstag werden wir dann ganz offiziell die ersten 10 Bilder von unserer Fotoreise präsentieren (die über 100 anderen Fotos folgen dann Schritt für Schritt vom 15. bis zum 17.September). Sonntag wird Benni die Woche mit Teil 2 seines Leichtathleten Tutorials beenden. Hier zeigt er euch ganz genau, wie er die verschiedenen Versionen des ersten Teils in Photoshop zusammengesetzt hat und wie ihr das mit euren eigenen Bilder umsetzen könnt. Die Lichtathleten werden euch also auch diese Woche wieder jeden Tag mit interessantem Lese- und Videostoff versorgen. Damit ihr immer auf dem aktuellen Stand bleibt, empfiehlt sich zum einen ein Abonnement unseres Feeds und zum anderen unsere Profile auf Facebook und Twitter.

Jetzt seid ihr an der Reihe!



Nachdem wir soviel Arbeit in das Projekt gesteckt haben, freuen wir uns natürlich umso mehr auf euer Feedback bezüglich der Dokumentation der Reihe. Außer zum Calvin-Bild könnt ihr zu den Fotos natürlich noch wenig sagen. Da arbeiten wir gerade mit Hochdruck daran. Sie werden in der nächsten Woche nach und nach veröffentlicht werden. Aber eure Kritik an mobilen Texten, Making of‘s und Zeitraffer würde uns schon jetzt interessieren. Auch kurze Nachrichten helfen uns zu verbessern.

Als kleines Dankeschön, dafür dass ihr unsere steigenden Bemühungen auch mit mehr Kommentaren und Besuchen belohnt, gibt‘s heute schon eine erste Sneak Peak auf das Endergebnis unserer Fotoreise:



Posten Sie Ihre Meinung