Lichtathleten Reise Tag 2: Konstanz

[Leider war es uns aufrgund technischer Probleme nicht möglich, die Posts am jeweiligen Abend zu publizieren. Wir bitten um euer Verständnis. Der Artikel wurde am Freitag, den 3. September 2010 geschrieben.]

Nachdem wir gestern, Donnerstag, den 2. September 2010, unsere Fotoreise in Stuttgart begonnen haben, sind wir heute Morgen gegen halb 10 nach Friedrichshafen aufgebrochen. Als wir dort etwa drei Stunden später ankamen, haben wir relativ schnell festgestellt, dass wir dort unsere Ideen bezüglich des Fotoprojekts wohl kaum umsetzen können würden. An der Friedrichshafener Strandpromenade befanden sich einfach zu wenige Menschen. Trotzdem ein paar Leute anzusprechen wäre wahrscheinlich sowohl für die „Models“ als auch für uns schnell unangenehm geworden, weshalb wir uns spontan entschieden mit dem Schiff nach Konstanz zu fahren. Für die Ungeduldigen unter euch, haben wir in der dortigen Jugendherberge (wieder mit eigenem Badezimmer!) einen Podcast als Tagesrückblick aufgenommen: 

So konnte das Projekt zumindest halbwegs weitergeführt werden. Daher an diesem Punkt nochmals vielen Dank an alle Konstanzer Einwohner oder Besucher, die es uns heute erlaubt haben, Bilder für unsere Serie aufzunehmen. Gleich zu Beginn zeigte sich allerdings, dass auch Konstanz in Bezug auf die Anzahl der Personen gegenüber Stuttgart natürlich deutlich weniger zu bieten hatte. Hier wären natürlich Paris, London aber auch Stockholm viel besser geeignet gewesen. Da das berühmte „hätte, wäre, könnte“ uns nicht weiterhalf, galt es nun alle Scheu abzulegen und das Beste aus der Situation zu machen.

Dabei war es besonders hilfreich, dass gleich die erste Anfrage positiv verlief. Ein Radfahrerpärchen hatte genau den gleichen T-Shirt Aufdruck und ließ sich auch problemlos dazu überreden, ein paar Bilder von sich machen zu lassen.  Dieser gute Anfang setzte sich auch in den folgenden Versuchen fort. Von 15 Personen oder Gruppen, die wir angefragt haben, konnten wir von immerhin 10 tatsächlich Bilder machen. Damit ist die Quote gegenüber der Landeshauptstadt gefühlt unverändert bis leicht besser. Auch unser gestern entwickelter Trick „Keine Angst, wir wollen ihnen nichts verkaufen“, eignete sich mit nur einer Ausnahme immer als humorvoller Gesprächseinstieg“. Lediglich zwei Kraftprotze mit etwa der dreifachen Masse antworteten trocken: „Vor dir haben wir eher keine Angst.“

Dass sich die beiden eigentlich überaus netten Kerle dennoch nicht von einer Aufnahme überzeugen ließen, ist auf unsere größte Schwachstelle in der Argumentationskette zurückzuführen: Die Publikation der Fotos im Internet. Sobald gerade ältere Menschen Wörter wie „www., Internet oder Blogprojekt“ nur hörten, hatten wir teilweise schon keine Chance mehr. Dieses Phänomen hat die Altersgruppe bisher auf bestenfalls 15-50 Jahre eingeschränkt. Wir hoffen aber, den Trend in einer der noch kommenden, größeren Stadt wenigstens akzentweise durchbrechen zu können. Dafür wird es nötig sein, trotz der negativen Erfahrungen verstärkt auf ältere Menschen zuzugehen und über die Ungefährlichkeit des Internets aufzuklären. Ängste wie „die Fotos werden bestimmt mit einer lächerlichen Bildunterschrift versehen und dann der weltweiten Internetcommunity als Witz preisgegeben“, sprechen Bände. Aus gleichem Grund ist es uns bisher auch noch nicht gelungen, Aufnahmen von Stadtmusikanten, Obdachlosen oder Punks etc. zu machen. Dieses Projekt werden wir allerdings wohl Freitag in einer Woche bei der Großdemo gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ nochmals gesondert angehen.

Das gestern spontan begonnene Projekt unseren Heimweg in einen Zeitrafferfilm zu fassen, fand heute seine nicht weniger spontane Fortsetzung. Auch dieses Video haben wir wieder mit Musik von Peter Rudenko untermalt. Hoffentlich werden wir in den nächsten Tagen dafür noch etwas mehr Zeit finden und das Ganze als eigenständige Dokumentationsform unserer Reise etablieren können. Was sich aus dieser Darstellungsweise machen lässt, wenn man bereit ist, mehr Zeit und Mühe zu investieren zeigt das Video von Johannes Heuckeroth (Twitter), das auch auf kwerfeldein vorgestellt wurde. Jetzt aber zum Video:

Den morgigen Tag werden wir wohl, soweit sich das zum Moment des Schreibens (mitten in der Nacht des zweiten Tages) absehen lässt in Ulm verbringen. Von dort aus können wir dann unsere ganzen Videos und Texte hochladen. Unabhängig davon ist Twitter nach wie vor der ideale Ort, um sich über unsere Reise auf dem Laufen zu halten. Bis dahin, viele Grüße aus Konstanz von den Lichtathleten!

  1. Patrick Antworten

    Sagt mal bitte der 3. Person von euch da die soll in den Videos freundlich schauen oder einfach nicht mit drauf sein. Das verdirbt mir nämlich die Laune das Video sich komplett anzuschauen. :(

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