Scribbles – Machen diese Kritzelzeichnungen Sinn?

Immer öfters hört man in Communities oder Zeitschriften, dass Fotografen oder Composer sich Scribbles, also Entwurfsskizzen von ihren Ideen machen, bevor sie diese umsetzen.
Darauf möchte ich heute eingehen und euch sowohl meine Erfahrungen dazu präsentieren, als auch auf den professionelleren Gebrauch der Scribbles eingehen.

Ich persönlich nutze ich die Zeichnungen fast zu selten, wie ich meist nach den Aufnahmen merke, wenn etwas nicht passt. Natürlich kann man sagen: „Ich hab all meine Bilder im Kopf, ich brauche sowas nicht.“ Dies finde ich auch eine sehr treffende Aussage, doch es kommt völlig auf den Anwendungsbereich an.
Meiner Meinung nach machen Scribbles bei komplexen Composings am meisten Sinn, da man genau sieht welche Bilder man braucht z.B. in welchem Größenverhältnis diese zueinander stehen. So kann man letztendlich in aller Ruhe seine Bilder schießen und wie mit einer To Do Liste durchgehen, was noch an Ausgangsmaterial fehlt.
Des weiteren dienen die kleinen Zeichnungen auch als eine Art von Merkhilfe, wenn man seine Bildideen nicht sofort umsetzt.

Den hauptsächlichen Sinn und Zweck der Scribbles finde ich in der Mitteilung einer Bildidee, also wenn man beispielsweise einem Assistenten vor dem Shooting mitteilen möchte auf welches Ergebnis erreicht werden soll oder aber wenn man (professionell) in einem Team arbeitet und sich gemeinsam ein Konzept oder eine Bildidee ausarbeitet. In diesem Falle ist eine Zeichnung natürlich unerlässlich, da sich nicht jeder ein anderes Bild im Kopf machen kann und sich dies hinterher zu einem einheitlichen Bild fügen sollt. Da merkt man schon beim lesen, dass dies nie funktionieren kann, was dann wieder zu den Zeichnungen führt.

Vielleicht wisst ihr ja, dass ich gerade ein Praktikum in einem Fotostudio für Werbefotografie absolviere und deshalb möchte ich jetzt noch einen Einblick in den etwas professionelleren Bereich und den Umgang dort mit Skizzen geben.
Es ist oft so, dass man beispielsweise bei einer Fotoproduktion von einem Katalog ein fertiges Layout der Seite bekommt mit seht guten Zeichnungen bekommt, die eindeutig die  Perspektive und auch einzelne Details am Produkt festlegt.
Natürlich muss man auch sehen, dass diese perfekte Zeichnungen von professionellen Zeichnern angefertigt werden und jemand, der wie ich den kreativen Umgang mit Stift und Papier nicht gerade als eine seiner Stärken zählen kann, so im Privatgebrauch nie so detailvolle Skizzen anfertigen würde.

Jetzt möchte ich euch noch ein Scribble von mir zeigen, an welchem ich schon etwas länger sitze und ab und an etwas ergänze, wenn ich bei der Ausarbeitung in meinem Kopf einen Schritt weiter bin.
Das dort skizzierte Bild soll letztendlich 5 einzelne Bilder ergeben, die dann nebeneinander gehängt bzw. angeordnet werden. Man kann sehen, dass ich Bewegungsabläufe aber auch Notizen zur Bearbeitung, wie hier einen sehr kontrastreichen und scharfen Look, am Rand hinkritzle. Zudem male ich auch manchmal einen Lichtplan noch neben dran, um die grundlegende Lichtsituation schon einmal im Voraus festgelegt habe.
Mit einem solchen Plan und einem relativ klaren Bild im Kopf geht‘s dann ans Fotografieren und oftmals probiere ich am Ende doch noch etwas ganz anderes oder ändere meine Vorstellungen etwas ab, damit ich mir sicher sein kann, nicht stur vorangegangen zu sein, sondern auch Alternativen getestet habe.

Nun würde mich noch von euch interessieren, wie ihr das mit den Zeichnungen handhabt, ob ihr Scribbles gar nicht nutzt oder ob ihr jedes Foto genau skizziert.

Ich wünsche euch noch weiterhin viel Spaß auf Lichtathleten.com und falls ihr noch Fragen habt könnt ihr die ebenfalls als Kommentar schreiben.

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