Der Weg zur passenden Fototasche

Die Fototasche ist eigentlich das wichtigste nicht elektronische Zusatzequipment der Fotoausrüstung und dafür wird sie  oft unter den Tisch gekehrt. Ich möchte euch heute zeigen, wie meiner Meinung nach der richtige Entscheidungsweg zu einer Fototasche aussieht. Marius hatte ja in seinem Zubehör-Beitrag das Thema schon angeschnitten, doch heute wollen wir etwas tiefer in die Materie einsteigen.
Ich selbst habe schon relativ viel getestet was dies angeht, von der billig ersteigerten Tasche bis hin zu einer qualitativ und preislich hochwertigeren.

Meine erste Tasche war eine „Revolvertasche“ oder wie diese Dinger auch heißen, wo eben genau eine kleine Spiegelreflexkamera mit einem nicht all zu großen Objektiv hineinpasst. Doch schon bald wuchs der Objektivpark und die Tasche wurde deutlich zu klein. Als Ersatz dienten mehrere kleine Taschen wo ich dann den Kamerabody in einer, das Objektiv in einer weiteren und das Zubehör in noch einer extra Tasche hatte. Dies war auf Dauer nicht praxistauglich, was mich bald zu einer neuen Tasche führte. Sie sollte von der Größe genau passend sein, einen Stauraum für „normales“ Gepäck bieten, die Kamera sollte leicht erreichbar sein und die Tasche so günstig wie möglich. Es war also eine Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau und ich merkte schnell, dass ich Kompromisse eingehen musste. Der Lowepro Slingshot 200 AW entsprach damals genau meinen Anforderungen, jedoch war er relativ teuer. Dennoch kaufte ich ihn und war auch sehr zufrieden damit. Es gab nur einen Nachteil, nämlich dass er auf Dauer relativ ungemütlich wurde, da er nur über einer Schulter getragen wird. Zudem wuchs mein Objektivpark und es musste eine neue Tasche her. Die alte wurde verkauft und meine neuen Kriterien waren etwas anders. Es sollte eine Schultertasche mit viel Stauraum werden und immer noch zu möglichst günstigem Preis.
Also ersteigerte ich in der Bucht eine Tasche für etwa 25€ die für den Preis auch echt gut ist und die ich auch heute noch gelegentlich im Einsatz habe. Doch wie gesagt, sie war nur für den Preis gut und da dieser sehr nieder war, war die Qualität das auch. Die Nähte lösen sich an manchen Stellen und die Tasche fühlt sich einfach nicht besonders gut an.
Dies allein wären für mich nicht wirklich Gründe gewesen eine neue Tasche zu kaufen, doch eine Reise nach Prag stand an und ich wollte nicht mit einer so lapprigen und auf Dauer unbequemen Tasche in die Hochburg der tschechischen Diebe gehen und so gab es neue Kriterien für einen Rucksackkauf: bequem, unauffällig, robust, diebstahlsicher, schnell zugängliche Kamera, groß genug für die ganze Ausrüstung.
Nach längerer Suche bin ich auf den Lowepro Flipside 400 gestoßen, welcher die Eigenschaft hat, dass sich die Öffnung auf der Rückenseite befindet, was ein Stehlen der Kamera aus der aufgesetzten Tasche heraus (z.B. im Gedränge) nahezu unmöglich macht. Zudem ermöglicht sein „Flipside“ System ein schnelles erreichen der Kamera. Das waren meine Kaufgründe, doch inzwischen nutze ich diese Flipfunktion nicht mehr, da dazu der Bauchgurt angesetz sein muss, denn der komplette Rucksack wird an diesem Bauchgurt nach vorne gerutscht, also vor den Bauch genommen.
Das kleine aber feine Problem dabei ist, dass ein eventuell auf der Sativhalterung befestigtest Stativ vor allem männlichen Nutzern zu Schaffen macht (ihr könnt euch bestimmt denken warum, die Stativhalterung steht nach unten über den Rucksack heraus).
Dennoch finde ich diesen Rucksack auch auf langen Touren sehr bequem, es passt sehr viel hinein wie ihr auch auf dem Bild sehen könnt und er ist absolut diebstahlsicher wenn man ihn auf dem Rücken trägt.

Doch jetzt weg von meinen Romanen mit Fototaschen. Falls ihr es nicht zwischen den Zeilen herauslesen konntet oder diesen Teil oben einfach übersprungen habt gibt es jetzt hier eine grafische Abfolge der Schritte.
Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr konntet etwas lernen. Speichert euch diese Grafik ab, sie kann bei der Entscheidung und Kauf einer Fototasche sehr praktisch sein!  (Klick auf die Miniatur vergrößert die Ansicht)

Wenn ihr noch Fragen oder Anmerkungen habt, schreibt doch einfach einen Kommentar.

Bis zum nächsten Mal!

  1. Silke Antworten

    Hallöchen!

    Die Flipside von Lowepro habe ich auch in der engeren Auswahl.

    Ich hab mir zwar erst kürzlich einen Lowepro Slingshot Nachbau von Alpine geholt, aber das Ding macht mich nicht glücklich. Als Frau ständig diesen einen Quergurt vorne zu haben ist sehr unvorteilhaft und es wird auf Dauer wirklich nicht beqeumer wenn das ganze Gewicht auf einer Schulte ist.
    Manche mögen damit glücklich werden und in die Alpine Fastpack passt auch richtig gut was rein, aber ich hab kurz nach dem Kauf angefangen, nach einer Alternative zu suchen.

    Also doch nen Rucksack..
    Bei dem von meinem Freund störte es mich, dass bei jedem Aufmachen das gesamte obere “Krimskrams”-Fach nach hinten rutschte. Der klappte dann nur so auseinander. Der Teil für die Kamera ist im unteren Drittel untergebraucht und irgendwie nervt mich das. Andererseit gibt es nichts bequemeres als einen Rucksack… Nun ja, da sieht deine auserwählte Tasche tatsächlich am brauchbarsten aus.

    Also: wer meine gebrauchte Alpine Fastpack haben möchte, kann sich ja bei mir melden ;-)

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