Das Rundumsorglos Ausrüstungspaket für Einsteiger in die Fotografie (Teil 3: Das Zubehör)

Nachdem ich euch in Teil 1 bereits eine digitale Spiegelreflexkamera und in Teil 2 die passenden Objektive dazu empfohlen habe, möchte ich heute, im dritten und letzten Teil der Serie, auf einen Bestandteil der Ausrüstung eingehen, der zunächst gar keinen Einfluss auf das Bildergebnis zu haben scheint: Das Zubehör.
Diese Unscheinbarkeit liegt vor allem daran, dass gutes Zubehör nicht auffällt. Während ich mich bei einem neuen, teuren Teleobjektiv  über Lichtstärke, Autofokus oder Brennweite freue, bemerke ich den hervorragenden Tragekomfort einer Kameratasche gar nicht. Schließlich ist sie so gebaut, dass sie möglichst nicht wahrgenommen wird. Das Gleiche gilt für einen ergonomischen Batteriegriff: Einmal benutzt, fühlt sich einfach alles “richtig” an – nicht mehr und nicht weniger. Und das macht sich dann doch, zumindest indirekt, im Bildresultat bemerkbar. Schließlich kann sich der, der sich nicht mit seiner Ausrüstung herumschlagen muss, besser auf Komposition und Licht konzentrieren. Also auf die eigentliche Fotografie. Im Folgenden habe ich einige praktische Produkte für euch ausgewählt und nach absteigender Wichtigkeit sortiert (beinhaltet Affiliate-Links, Copyright des Fotos: akeeh).

equipment

1. Speicherkarte

Das wohl wichtigste Zubehörteil einer jeden Fotoausstattung ist die Speicherkarte. Die Digitaltechnik ermöglicht es uns, (nahezu) beliebig viele Bilder zu machen, sie zu überprüfen und, sollten sie nichts geworden sein, sie einfach wieder zu löschen. Mein persönlicher Favorit als Allrounder aus Kapazität, Schnelligkeit und Preis ist die Kingston SDHC 8 GB Class 4 für weniger als 16 Euro.

2. Ersatzakku(s)

Eine Ladung des neuen und vollen Originalakkus sollte für etwa 3 Stunden aktives Fotografieren ausreichen. Danach ist aus. Keine Bilder mehr, egal welche Motive gerade vor der Linse sind. Deshalb gehört auch in jede Anfängerfototasche (Tasche: s.u.) mindestens ein Ersatzakku. Da die Kamerahersteller dafür teils horrende Preise verlangen, bietet es sich an, auf Drittanbieter zurückzugreifen. Die sind meist nicht schlechter, kosten aber nur die Hälfte. Entweder einzeln: einzeln (18 Euro) oder als Bundle aus zwei Akkus und einem Batteriegriff (insgesamt 67 Euro).

3. Kameratasche

Wer nun das essentiellste Equipment beisammen hat, benötigt natürlich auch eine Tasche, um es mitzunehmen. Ich habe damals für die Photoprimus Vantage (26 Euro) entschieden. Auch wenn sich nach inzwischen zwei Jahren intensiver Nutzung der Schultergurt ablöst, habe ich die Wahl nie bereut. Dennoch schient mir auch die Kombination von Kameratasche und Akku (32 Euro) interessant zu sein. Wer diese beiden “must-haves” verbinden und so sparen will, sollte hier zugreifen!

4. Handbuch

Währende ich die ersten drei Zubehörteile jedem angehendem Spiegelreflexfotografen empfehlen würde, sind die nächsten sechs Hinweise eher als optionale Gimmicks zu sehen. Im absolut geringsten Budget nicht enthalten, bieten sie dennoch einen entscheidenden Mehrwert. Zu dieser Gruppe gehört auch ein zweites Kamerahandbuch, das über die absoluten Grundfunktionen herausgeht. Das Kamerahandbuch für die Canon EOS 1000D von Galileo Design) (40 Euro) hat mir auf meinem persönlichen Lernweg sehr weitergeholfen. Es beschreibt nicht nur alle Funktionen, Programme und Menüs der Kamera sondern geht auch Bildkomposition und -bearbeitung sowie weiterführende Praxisthemen wie die Objektivwahl ein. Visuell denkenden Fotografen kann ich auch das Videotraining (40 Euro) aus dem gleichen Verlag ans Herz legen. Nachteil hier: Im Gegensatz zum Buch ist der Film kaum unterwegs einsetzbar – doch treten gerade hier die meisten Probleme auf. Auch die Suche nach einer Information gestaltet sich weitaus schwieriger. Dennoch sollten didaktisch anspruchsvolle Menschen sich einen Kauf überlegen: Denn für’s reine Lernen ist ein persönlicher Coach auf dem Bildschirm sicherlich besser geeignet.

5. Stativ

Kurz und schmerzloses “coming out”: Ich besitze kein Stativ. Trotzdem sind die Vorteile eines Stativs natürlich nicht zu verachten: Lange Belichtungszeiten, beispielsweise für Nachtfotos, stellen kein Problem mehr da, die Komposition per Sucher oder Lifeview lässt sich deutlich besser erledigen, wenn sich die Kamera in stabilem Zustand befindet und nicht zuletzt wird natürlich auch die Schärfe des Bildes mit der Standfestigkeit des Stativs proportional erhöht. Menschen wie ich, die im Urlaub nicht nur Fotos machen und denen die Bewegungsfreiheit und damit auch die Natürlichkeit des eigenen Auftritts auf allen Events am wichtigsten ist, brauchen nicht unbedingt ein Stativ. Interessante Alternativen sind hier ein GorillaPod(31 Euro) oder ein BeanBag (30 Euro). Konventionelles Stativ zum Sparpreis: Das Cullmann Alpha 2500 (23 Euro).

6. Streulichtblende

Streulichtblenden verhindern Kontrastarmut und Lensflares bei seitlicher Lichteinstrahlung. Und nicht zuletzt lassen sie Kamera, Objektiv und Fotograf ein bisschen professioneller aussehen. Die Canon EW-60C für das Canon 18-55mm Objektiv kostet 13 Euro, die Streulichtblende JJC LH-62 für das 50mm 1.8 ebenfalls. Aufgrund des sowieso niedrigen Preises und der notwendigen Passform, würde ich hier nur auf Originalprodukte zurückgreifen

7. Batteriegriff

Der Batteriegriff bietet dem Fotografen gleich drei Vorteile: Zum einen wird durch die Möglichkeit zwei Akkus gleichzeitig zu benutzen die lästige Notwendigkeit des Wiederaufladens verzögert und zum anderen verbessert der hier empfohlene Griff die Haptik der Kamera durch seine Grifffläche sowie den eingebauten Hochkantauslöser. Hierbei lohnt es sich wieder auf Fremdhersteller zurückzugreifen: So kostet die Variante von Phottix mit 49 Euro deutlich weniger als die Hälfte des Originals. Auch hier möchte ich nochmals auf das Sparpaket mit zwei Akkushinweisen (68 Euro).

8. Externes Blitzgerät

Ein externes Blitzgerät ermöglicht ganz neue Herangehensweisen für die Fotografie im Dunkeln, ist allerdings ziemlich teuer. Deshalb taucht meine Empfehlung für Canon, der Speedlite 430EX II erst an achter Stelle auf. Eine Investition für eher erfahrenere Fotografen oder Menschen, bei denen das Geld nicht so knapp sitzt und die gleich “richtig” einsteigen wollen.

9. Filter und Zwischenringe

Das Thema Filter und Zwischenringe könnte an dieser Stelle ewig ausgeführt werden (und wird es mit Sicherheit auch zu anderer Zeit), dennoch will ich euch nur zwei Links mit auf den Weg geben. Denn diese Spielereien lassen sich auch dann noch wunderbar entdecken, wenn gerade eine Phase, in der nichts gelingt, vorherrscht, was bei Anfängern voller Entdeckungsgeist eher nicht der Fall sein dürfte.

  1. Makro Zwischenringe für das Canon 50mm 1.8
  2. Zeikos 58mm Filter-Set mit UV-, PL-, FDL-Glaslinsen

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Ich hoffe, dass ihr mit dieser kleinen Auflistung genauso viel anfangen könnt, wie mit meiner Kameraempfehlung und den Objektivtipps. Vor allem Speicherkarte, Ersatzakku und Kameratasche sollten in keiner Fotoausrüstung fehlen. Aber vergesst eines niemals: Letztendlich macht der Fotograf das Bild – und nich Kamera, Objektiv oder anderes Zubehör.

  1. Marius Hepp Antworten

    Die Frage ist allerdings, ob man den Unterschied spüren kann. Könnte mir vorstellen, dass es sich eher beim FullHD-Filmen bemerkbar macht. Denn schon bei einer Class 4 Karte ist die Hardware der 1000D bezüglich und Bildverarbeitungs- und Serienaufnahmengeschwindigkeit komplett ausgereizt.

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