Das Rundumsorglos Ausrüstungspaket für Einsteiger in die Fotografie (Teil 1: Die Kamera)

In letzter Zeit bin ich von immer mehr Menschen gefragt worden: “Ich will mir endlich auch mal so ‘ne richtige Kamera kaufen. Was empfiehlst du mir? Gut sollte sie halt sein – und billig möglichst auch…” Da meine Antwort meist die gleiche ist, stelle ich euch heute hier meine persönliche Empfehlung für alle angehenden Knipser vor, die auch “endlich mal so richtig fotografieren wollen”. Hierbei lässt sich zusammenfassend sagen, dass es nicht entscheidend ist, welche Kamera, welches Objektiv oder welche Speicherkarte ihr euch kauft, sondern DASS ihr euch eine digitale Spiegelreflexkamera mit entsprechendem Zubehör zulegt. Die Ausrüstungsgegenstände, die ich euch hier vorstelle, stammen zwar allesamt von Canon, das System kann aber genauso gut auf die beiden anderen großen Hersteller (Nikon, Sony) übertragen werden.



Der Mittelpunkt einer jeden Ausrüstung ist natürlich der Kamerabody. Hier lässt sich feststellen, dass bereits die absoluten Low-Budget Modelle wie die “Canon EOS 1000D” (Preis mit dem Objektiv aus Teil 2: 390 Euro, Affiliate-Link) für den fortgeschrittenen Einsatz geeignet sind. Wer nicht vorhat, sich in die absoluten Grenzbereiche dieser Erde (Arktis, Wüste etc.) vorzuwagen, dem wird jedes Einsteigermodell gute Dienste leisten. Generell wird der Einfluss der Kamera auf das spätere Endergebnis kolossal überbewertet. So spielt es auch keine Rolle, von welchem Hersteller die Cam stammt. Zu beachten ist nur, dass ihr, sollten Verwandte oder Freunde von euch ebenfalls eine DSLR besitzen, den selben Hersteller wählt. So wird der Austausch von Objektiven oder anderem Equipment problemlos ermöglicht. Angeblich wichtige Fakten wie die Zahl der Megapixel oder das Rauschen im Dämmerlicht kann der Fotoanfänger getrost ignorieren. Wichtigere Merkmale wie der Autofokus oder die Bildqualität sind bei den Kameras von Sony, Canon, und Nikon auf dem gleichen (hohen) Niveau ausgeprägt. Auch bei der Serienbildgeschwindigkeit lassen sich kaum Differenzen ausmachen. Im Gegensatz zur Bildqualität ist diese Funktion überall nur unterdurchschnittlich ausgeprägt. Noch viel unerheblicher ist der Unterschied bezüglich aller Sonderfunktionen wie “Gesichts- und Lächelerkennung“, “unverzichtbaren” Bildstilen oder mitgelieferten Software zur Bearbeitung der geschossenen Fotos. Diese Spielereien werdet ihr nach einer Woche sowieso nicht mehr gebrauchen können. Lasst euch auch nicht von irgendwelchen Pseudo-“Fotofachverfäufern” oder den zahlreichen Profitestzeitschriften beunruhigen. Auch wenn die Videofunktionen der neueren DSLRS gerade dabei sind, den gesamten Profifilmmarkt aufzumischen, ist mein Tipp an alle “Ich-will-schnell-ein-cooles-Video-drehen-Filmer”: Finger weg! Der Filmmodus dieser Kameras ist nur hartgesottenen Videografen zu empfehlen und auf keinen Fall für kleine Urlaubsfilmchen geeignet.

Alles in allem lässt sich sagen, dass bei der Auswahl der richtigen Kamera(-marke) das Bauchgefühl eine große Rolle spielen sollte. “Weiche” Fragen wie  “Liegt mir die Kamera gut in der Hand?” oder  “Lässt sie sich für mich intuitiv bedienen?”, sollten dominieren. Denn rational gesehen sind die Unterschiede für den Fotoeinsteiger meist irrelevant. Dabei können dann vor allem günstige Modelle auftrumpfen. Spart euch das Geld lieber für die Objektive. Mehr zu denen gibt’s hier!

  1. Patrick Antworten

    Okay, die Tipps kann ich nun nicht mehr wirklich gebrauchen. Aber eine Frage an dich: Warum kann man denn die Video-Funktion der DSLR´s nicht für ein Urlaubsfilm verwenden? Gibt es denn da nicht eigentlich auch einen Automatik-Modus?

    btw: captcha nervt. ;)

  2. Georg Antworten

    Also die Sache mit dem Rauschen würde ich jetzt aber nicht unterschätzen. Gerade bei den günstigen Kameras wie die Canon 1000D oder Nikon D5000 habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Ich hatte die Kameras mit der D90 von Nikon und 50D von Canon im direkten Vergleich. Und daher habe ich lieber eine Klasse besser gewählt. Nämlich die D90 die für den Preis ein prima Rauschverhalten hat, bis ISO 3200. Also vernachlässigen würde ich den Punkt nicht. Bei Available-Light-Fotografie in besonders dunklen Räumen könnte man sich nämlich irgendwann mal tierisch ärgern, dass die Kamera hohe ISO schlecht bewältigt. Also ich würde mich jetzt nach einem Jahr Fotografie tierisch ärgern, wenn ich einen billigen Body genommen hätte.

  3. Marius Hepp Antworten

    Danke erstmal für eure beiden Anmerkungen. So macht das Bloggen gleich viel mehr Spaß :)

    @ Patrick: Die Videofunktion der neuen DSLRs im Allgemeinen halte ich für hervorragend. Ich überlege mir momentan sogar, deshalb auf die 550D zu wechseln. Allerdings für geplante Kurzfilme oder Musikvideos etc. und nicht für den schnellen Videoschnappschuss zwischendurch. Allerdings ist das, wie ich glaube das Haupteinstatzgebiet der Einsteiger der Fotografie, die ich mit meinem Artikel adressiert habe. Diese wären mit manuellem Fokus etc. (Micro 4/3-Kameras bieten Autofokus) sicherlich überfordert und kurz danach maßlos enttäuscht. Hier sind eine gute Handykamera oder für etwas höheren Anspruch ein Camcorder die besseren Alternativen

    @ Georg: Selbstverständlich ist die 50D nicht nur deutlich rauschärmer als die 1000D, sondern auch insgesamt einfach die bessere Kamera. Allerdings kostet sie auch das Doppelte. Das Gesamtpaket, das ich hier beschreibe, wird preislich noch unter der 50D “only body” liegen. Und zum Thema AL glaube ich, dass eine günstige Festbrennweite wie ein 50 1.8 von Canon, Nikon oder Sony die bessere Alternative darstellt. Dazu erscheint heute noch ein ausführlicher Artikel von mir.

    Viele Grüße und nochmals Danke für euren Kommentar,
    Marius

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