Kamera ins Wasser gefallen – was jetzt?

Aus aktuellem Anlass möchte ich diesen Post schreiben und dennoch hoffen, dass ihr diese Tipps nie brauchen werdet. Was macht man wenn man eine Kamera versenkt?

In meinem Fall war dies relativ unglücklich, denn ich habe die Kompaktkamera meines Bruders in meiner Hosentasche vergessen und mitgewaschen. Bisher funktioniert sie zwar immer noch nicht aber ich habe das ein oder andere versucht, was theoretisch Sinn ergibt. Die gewaschene Kamera habe ich noch nicht zerlegt, da ich sie nun einfach einmal eine Weile liegen lassen möchte – vielleicht funktioniert sie dann wieder.
Folgende Anleitung ist natürlich nicht nur für Kameras geeignet, sondern es ist bei einem versenkten Handy oder MP3-Player genau das gleiche Spiel.

Doch jetzt meine „Erste-Hilfe-Anleitung“ für gewässerte Kameras:

Bevor man selbst die Initiative ergreift sollte abgeklärt sein, dass es nicht ein Versicherungsfall oder Fremdverschulden ist, denn wenn man dann noch zusätzlich daran herumschraubt, kann es sein, dass z.B. die Versicherung nicht zahlt.

Zudem möchte ich noch sagen, dass ich für eventuell entstehende Schäden selbstverständlich nicht verantwortlich bin. Jedoch hat man wenn man diese Anleitung hier braucht meist eh nichts mehr zu verlieren.

Jetzt aber zurück zum Thema und somit zum ersten und fast wichtigsten Punkt.

Wie bei fast jedem (größeren) Unglück sind auch hier die ersten Sekunden entscheidend und man muss wissen was man tun muss.

1.: Sofort den Akku rausnehmen und NICHT zu Testzwecken auf den „On“ Knopf drücken, sonst entsteht ein Kurzschluss durch das Wasser

Jetzt gibt es verschiedene „Trockentechniken“, wenn eine nicht erfolgreich ist, einfach die nächste probieren!

2.: Nach Möglichkeit die Kamera auseinander schrauben, dass sie besser trocknet, jedoch NUR wenn man sich sicher ist, dass man sie hinterher auch wieder zusammenbauen kann

3.: Einzelne Kamerateile auf ein Handtuch legen und vorsichtig abtupfen (natürlich nichts kaputtdrücken) und danach auf einer schwach eingestellten Heizung (Stufe 1 o.ä.) einen bis drei Tage trocknen lassen. Dies sollte natürlich auch nicht in einem Raum mit zu hoher Luftfeuchtigkeit geschehen (also nicht im Bad)

4.: Die ganze Kamera, oder vorzugsweise die zerlegte Kamera, in einen Beutel stecken und mit handelsüblichem Reis füllen, da dieser das Wasser aufsaugt. Bei einer zerlegten Kamera hat man dann natürlich höhere Chancen, da die Oberfläche an die der Reis gelangen kann deutlich größer ist

5.: Die Kamera komplett zerlegen und Lötstellen und Kontakte mit Isopropanol (fast reiner Alkohol, gibt es relativ günstig in der Apotheke) und einem Wattestäbchen reinigen. Diese Technik empfehle ich nur, wenn man sich wirklich etwas mit Elektronik auskennt, sonst kann man hier sehr schnell alles kaputt machen. Ich habe es nicht versucht, jedoch viel positives darüber gelesen.

6.: Wenn alle vorhergehenden Schritte nicht funktioniert haben hilft nur noch eins: abwarten und beten :-)

In meinem Fall mit der gewaschenen Kamera hat bisher nichts funktioniert und so bin ich inzwischen bei Punkt 6 angelangt. Mit einer Kamera, die eine Stunde im Wasser lag und bei 1200 Umdrehungen geschleudert wurde hat man aber auch ein denkbar ungünstiges Ausgangsmaterial.
Es funktioniert sicher besser, wenn die Kamera nur sehr kurz im Wasser war, wenn sie beispielsweise beim Fotografieren in einen Bach gefallen ist und unmittelbar danach wieder herausgefischt wurde.

Letztendlich möchte ich mich schon fast etwas entschuldigen, dass es keine Bilder von überfluteten Kameras und nackten Platinen in diesem Post gibt, doch ich habe die Kamera  innerlich noch nicht als kaputt erklärt und mich deswegen auch etwas gescheut sie so weit auseinander zu bauen, dass ich sie nicht mehr zusammenbauen kann. Hinzu kommt, dass der Kamera äußerlich nichts anzumerken ist, sie glänzt wie neu :-)

Ich hoffe ihr konntet etwas lernen und bis zum nächsten Mal!

  1. J_Heimbach Antworten

    Gute Tipps.
    Das mit dem Reis hab ich mal bei Kabel.1 für nen Handy gesehn, da hat das funktioniert.

    Ich hoffe du kannst die Kamera noch retten.

    Ich hatte es einmal das mir die Kompaktkamera in nen see gefallen ist, aus der Hemdtasche. Zum glück wars am ufer und ich konnt sie schnell wieder retten. Danach hab ich sie paar Tage mit mir rumgetragen, weil ich unterwegs war und keine Heizung zur Verfügung hatte.

    Sie hat wieder funktioniert, leider hatte sie aber einen Displayschaden davon getragen sodass ich sie trotz alledem nicht mehr benutzen konnte.

Posten Sie Ihre Meinung