Nikfilter nachgebaut: Tonal Contrast


Kennt ihr die Nikfilter? Ich bin ja nicht besonders überzeugt von diesem kostenpflichtigen Extraplugin, da ich meiner Meinung nach zu wenig Kontrolle habe und man mit diesen Filtern dazu neigt sie ohne Nachzudenken einfach drüberzuklatschen und das Bild als bearbeitet abzustempeln.
Doch viele Effekte dieser Filter sind echt toll und deswegen starte ich heute eine Serie, in der ich euch erkläre wie ihr diesen Effekt annähernd oder vollkommen identisch mit herkömmlichen Photoshop-Methoden löst.
Natürlich beginnen wir mit dem absoluten Klassiker der Nikfilter: „Tonal Contrast“.

Dieser Filter erzeugt eine Art HDR Look, wobei er den globalen Kontrast abflacht (Lichter abdunkeln, Tiefen aufhellen) und den lokalen Kontrast verstärkt (starke Schärfung).
Mit diesem Wissen als Basis kann man loslegen.
Ich habe mit einer RAW-Datei als Grundlage begonnen und im RAW Konverter schonmal ein paar kleine Schritte in die Richtung gemacht. 
Zieht einfach mal die Regler „Füllicht“ und „Reperatur“ etwas hoch, was schon den globalen Kontrast abflacht. Zudem den Regler „Klarheit“ bis auf Anschlag nach oben ziehen. Mit gedrückter Shift Taste (Button unten wechselt von „Bild öffnen“ auf „Objekt öffnen“) öffnen wir das Bild in Photoshop und erhalten ein Smartobjekt als Grundlage, mit welchem wir immer wieder in den RAW-Koverter zurückkehren können und somit komplett non-destruktiv arbeiten.
Um den globalen Kontrast noch mehr abzuflachen gehen wir auf Bild -> Korrekturen -> Tiefen/Lichter. Dies ist auch auf einem Smartobjekt anwendbar.
Die Stärke bei „Lichter“ und „Tiefen“  habe ich auf etwa 20 gesetzt, Tonbreite auf 45-50 und Radius auf 30px.
Dies ist natürlich bei jedem Bild etwas unterschiedlich und ihr müsst einfach etwas experimentieren, dass ihr ein ideales Zusammenspiel mit den schon vorhandenen Korrekturen im RAW-Konverter ergänzt.
Wir wollen mit einer großzügigeren Schärfung fortfahren. Dazu gehen wir (wir befinden uns immernoch auf dem Smartobjekt) unter Filter -> sonstige Filter -> Hochpass. Den Radius hatte ich auf etwa 35px. Nach verlassen des Filters ist das Bild meistens grau und deswegen gehen wir in der Ebenenpalette bei dem Eintrag für den Filter, welcher sich UNTER dem Smartobjekt befindet auf das Symbol mit den zwei kleinen Pfeilen rechts am Rand und klicken darauf. Es sollte sich ein Fensterchen öffnen wo ihr dem einzelnen Filter einen Modus zuweisen könnt. Ich habe mich für „Weiches Licht“ entscheiden und die Deckkraft zusätzlich auf 50% gesetzt.
Als nächstes gehen wir noch einmal in den Hochpassfilter, nehmen dieses mal jedoch nur einen Radius von etwa 3px und setzen diesen auf den Modus „Ineinanderkopieren“ mit 100% Deckkraft.

Diese erneute Anwendung mit kleinem Radius bewirkt, dass die kleinen Details mehr hervorgehoben und geschärft werden.
Meine fertige Ebenenpalette sieht so aus wie im Bild links.

Jetzt habt ihr euren Nachbaufilter eigentlich schon fertig und das schöne ist, dass ihr jede noch so kleine Einstellung ändern könnt und alles non-destruktiv erarbeitet habt, nicht wie bei dem „Original“.

Jetzt seht ihr noch meine Bilder, das erste ist das Ausgangsmaterial, das 2. ist das Bild mit dem Originalfilter bearbeitet und das 3. ist meine Version, die wie oben beschrieben bearbeitet wurde.



Bald wird es den nächsten Nikfilter im Nachbau geben!

Habt ihr noch eine Anmerkung? Oder einen Schritt nicht verstanden? Dann schreibt einfach einen Kommentar!

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