Crossed-Look in Photoshop – Meine Variante

Es gibt sehr viele Varianten von einer digitalen Nachempfindung der Crossentwicklung, doch heute möchte ich euch einmal meine Variante zeigen.
Ach, noch nebenbei, falls ihr euch wundert, warum zur Zeit so viele Posts zur Bildbearbeitung kommen, das ist weil Marius zur Zeit mit seinem Austauschschüler beschäftigt ist.
Doch jetzt zurück zum Thema. Unter einer Crossentwicklung versteht man eine Technik aus dem Fotolabor, bei der man absichtlich einen Diapositivfilm im Verfahren für einen Farbnegativfilm entwickelt (C-41). Das ganze geht natürlich auch umgekehrt.
Bei dieser Fehlentwicklung entsteht ein sehr interessanter Look welcher durch starke Kontraste, eine Farbverschiebung, einen Farbstich und grobes Korn gekennzeichnet ist.
Jetzt brennt es natürlich allen Liebhabern dieses Effekts unter den Fingernägeln, wie man das in Photoshop mit seinen Bildern nachempfinden kann.
Ich möchte euch jetzt meine Umsetzung davon zeigen und ich hoffe sie gefällt euch.

Wenn in RAW fotografiert wurde, öffnen wir zuerst das Bild im RAW-Konverter. Mittels dem Regler für die Farbtemperatur wird ein Cyanstich ins Bild gebracht, welcher einen Cross-typischen Look erzeugt. Es sieht auch sehr schön aus, wenn man einen wärmeren Farbton gibt.
Das Bild wird dann in Photoshop geöffnet und als erstes legen wir eine Einstellungsebene „Gradationskurve“ an. Ab CS4 findet man die im Korrekturen Fenster, bei CS3 oder älter geht das unter Ebene -> Neue Einstellungsebene -> Gradationskurve.
Hier gehen wir in den Blaukanal und heben den Schwarzpunkt an und senken den Weißpunkt ab (nur im Blaukanal!). Dies gibt uns schon einen interessanten Look mit leichtem Farbstich in den Cyanbereich.
Dann verlassen wir den Blaukanal wieder und gehen in allen Kanäle (RGB) und erhöhen den Kontrast, indem wir die Tiefen etwas abdunkeln und die Lichter etwas aufhöhen.
Die fertige Einstellungsebene sollte dann in etwa so aussehen wie im Bild oben.
Falls ihr den Schritt mit dem RAW-Konverter übersprungen habt könnt ihr jetzt für einen zusätzlichen Farb- und Kontrastkick eine Einstellungsebene Fabron/Sättigung mit gesetztem Haken bei „Färben“ und im Modus Weiches Licht. Meine fertige Ebenenkomposition zu dem ganz oben gezeigten Bild sah so aus wie links. Wie ihr seht ist das eine wirklich einfache aber eindrucksvolle Technik.

Natürlich funktioniert das nicht bei jedem Bild gleich. Ihr müsst mit den Einstellungsebenen spielen! Setzt sie auf einen anderen Füllmodus, ändert die Deckkraft, testet einfach!

Ich hoffe es hat euch gefallen. Über einen Kommentar würde ich mich freuen, egal ob Verbesserungsvorschlag oder Lob, schreibt mit auch gerne eure Technik!

Bis zum nächsten Mal!

  1. Marius Hepp Antworten

    Klasse Sache, Benni! Das ist ein richtig guter Artikel, reizt mich ein wenig, doch Photoshop wieder auszubuddeln. Wobei… ;)

  2. Benjamin Harr Antworten

    Marius, geht bestimmt auch irgendwie toll in Lightroom :] könnte man eigentlich noch ergänzen wenn du mal Zeit hast das rauszufinden…. Preset lässt grüßen ;) gibts bestimmt was.

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