Praxistest: R-Strap

Wenn ihr euch nicht nur mit der Bildbearbeitung beschäftigt, sondern auch fotografiert, dann habt ihr wahrscheinlich auch immer den selben Kampf mit dem Kameragurt. Was macht man, wenn man zum Beispiel in einer Stadt ist und gerade nicht fotografiert? Den Gurt über die Schulter, wo man ihn dann immer wieder hochziehen muss? Oder mit Kopf und Arm durchschlüpfen, so dass die Kamera viel zu weit oben hängt? Und was macht man, wenn man gerade im Studio ist und mal beide Hände braucht? Mit der Kamera zum nächsten Tisch laufen und sie ablegen?
Diese Probleme verspricht der R-Strap von Blackrapid zu lösen. Ihr könnt euch hier ein Werbevideo von dem Erfinder dazu anschauen und eine erste Meinung dazu entwickeln, falls ihr noch nie etwas vom R-Strap gehört habt. In dem Erfindervideo ist noch eine alte Version zu sehen.

Den R-Strap hat man immer umhängen und die Kamera wir über eine Schraube am Stativgewinde an den Gurt befestigt. Wenn man dann fotografiert, kann man die Kamera am Gurt hochziehen, das Foto schießen und sie dann wieder runterhängen lassen, so dass sie immer griffbereit an der Hüfte hängt.
Dieses System funktioniert auch echt überraschend gut muss ich sagen, ich habe es mir nicht so angenehm und einfach vorgestellt. Doch warm kaufen wir uns nicht einfach alle für ein paar Euro einen solchen Gurt? Leider ist genau das Problem, dass dieser Gurt nicht „ein paar Euro“ kostet, sondern stolze 60€. Es gibt in diversen Fotoforen die Versuche einen solchen Gurt nachzubauen, aber bisher sind sie alle entweder extrem hässlich und unkomfortabel oder sie sind so gebastelt, dass man um seine Kamera Angst haben muss.


Leider gibts diesen R-Strap nicht von Drittanbietern
oder als „China-Nachbau“. Von dem her bleibt einem leider fast keine andere Möglichkeit, als den, meiner Meinung nach, viel zu überteuerten originalen Gurt zu kaufen. Man bezahlt dann vor allem für die Idee, denn besonders viel ist an dem Gurt nicht dran. Er besteht eben aus Gut, einer Schulterpolsterung mit kleinem Reißverschlussfach, dem Karabiner und der Schraube, die man zwischen Karabiner und Kamera schraubt.
Das hört sich alles etwas wackelig an, und man möchte da nicht unbedingt seine schwere Kamera dranhängen, denn was ist, wenn sich die Schraube lockert? Dafür hat die Schraube einen Gummiring, der ein lockern verhindert.
Dennoch bin ich nicht so ganz davon überzeugt, denn ich habe an meiner Kamera einen Batteriegriff. Dieser hat ein etwas wackligeres Stativgewinde und in all den Beispielvideos habe ich nie eine Kamera mit Batteriegriff gesehen. Ist es möglich, dass sich vielleicht die Schraube zwischen Batteriegriff und Kamera lockert?
Bisher habe ich davon nichts gemerkt und ich habe ihn auch schon bei einem Event getragen, wo ich die Kamera immer wieder hoch und runter genommen habe. Dennoch bleibt ein etwas mulmiges Gefühl.

Der R-Strap ist meiner Meinung nach einen Kauf wert, wenn man viel auf Events unterwegs ist. Die Kamera hängt sicher und griffbereit auf Hüfthöhe und ist auch im Gedränge relativ sicher verstaut. Wo wir gerade bei Gedränge sind: Die Kamera wird an diesem Gurt natürlich extrem zur Schau getragen, was auch Diebe anlocken könnte. Den Gurt könnte man theoretisch mit einer Rasierklinge ganz einfach durchschneiden und die Kamera samt Karabiner vom Gurt ziehen. Ehe man das bemerkt hat ist der Dieb dann schon verschwunden. Von einem anderen Gurt ähnlicher Bauweise (auch leider in der gleichen Preisklasse), dem Sun-Sniper, gibt es eine Version mit eingenähtem Stahlseil, was dann ein Durchschneiden unmöglich macht. Das wäre auch für den R-Strap ein wünschenswertes Extra.
Apropos Extra. Man kann für den R-Strap Extra Taschen und Erweiterungen kaufen, mit denen man dann z.B. zwei R-Straps miteinander verbinden kann, wenn man zwei Kameras tragen muss, oder kleine Täschchen, die zusätzlichen Stauraum für Akkus oder Speicherkarten bieten. Doch mit einem so ausgestückten R-Strap sieht man aus wie mit einem Bombengürtel.

Letztendlich lässt sich sagen, dass doch jeder selbst entscheiden muss, ob er so etwas braucht oder nicht. Es ist sicher ein nettes Extra, was den Tragekomfort erhöht, doch ob das wirklich 60€ wert ist, ist sehr zweifelhaft.

Habt ihr noch Fragen, oder auch schon Erfahrungen damit gemacht? Lasst es uns wissen und schreibt doch einen Kommentar!

  1. Bernd Antworten

    Mit dem R-Strap habe ich leider keine Erfahrung. Ich besitze das Konkurrenzprodukt den Sun Sniper und bin mit diesem mehr als zufrieden. Seit ich ihn habe macht es mir viel mehr Spaß die Kamera auf Tour mitzunehmen, da sie locker über der Schulter hängt und die Kamera irgendwie sehr leicht wirkt.

    Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass viele meiner Fotokameraden nach einem kurzen Praxistest meines Gurtes sich auch so einen angeschafft haben. Ich denke der R-Strap ist ebenso ein gutes Produkt und macht das Fotografieren einfach nocheinmal etwas angenehmer.

  2. Benjamin Harr Antworten

    Hallo Bernd!
    Ja, so ist es bei mir auch, ich nehme die Kamera jetzt viel lieber mit. Es ist einfach sehr angenehm wenn man sie nich immer in der Hand halten muss, aber sie trotzdem ständig griffbereit hat.

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